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Diakonieverband und Reutlinger Vesperkirche haben ein „Handbuch für den kleinen Geldbeutel …“ aufgelegt – als Reaktion darauf, dass immer mehr Menschen mit immer weniger Geld auskommen müssen. Das Handbuch listet in alphabetischer Folge Angebote und Möglichkeiten auf, die es Männer, Frauen und Familien mit „kleinem Geldbeutel“ erleichtern, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.

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Reutlingen – Mit einem Festgottesdienst hat am Sonntag die ReutlingerVesperkirche begonnen. In der übervollen Nikolaikirche drängten sich die Besucher – jung und alt, Menschen mit wenig Geld genauso wie Oberbürgermeisterin Barbara Bosch sowie Männer und Frauen, die keine materiellen Sorgen haben. Last not least auch zahlreiche ehramtliche Mitarbeiter der Reutlinger Vesperkirche und der DGB-Chor „Zwischentöne“.

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Reutlingen – „Vergesst die Gastfreundschaft nicht“ Unter dieser Überschrift grüßen die Württembergische Landeskirche und Diakonie die Vesperkirchen 2010 - auch in Reutlingen. Die 13. Auflage der Reutlinger Vesperkirche beginnt am 17. Januar mit einem Festgottesdienst um 11.15 Uhr und endet in diesem Jahr nach vier Wochen am 14. Februar 2010

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Die Reutlinger Vesperkirche geht in ihre 13. Auflage. Zwischen dem 17. Januar und 14. Februar 2010 setzt die Vesperkirche in ihrem Domizil der Nikolaikirche ein Zeichen für die Würde jedes Menschen – als Ort der Begegnung, der Wärme und der Gemeinschaft zwischen bedürftigen Menschen und Menschen, die im Leben materiell gut aufgestellt sind.

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Besucher Reutlingen – Mit einem Festgottesdienst hat am Sonntag die ReutlingerVesperkirche begonnen. In der übervollen Nikolaikirche drängten sich die Besucher – jung und alt, Menschen mit wenig Geld genauso wie Oberbürgermeisterin Barbara Bosch sowie Männer und Frauen, die keine materiellen Sorgen haben. Last not least auch zahlreiche ehramtliche Mitarbeiter der Reutlinger Vesperkirche und der DGB-Chor „Zwischentöne“.

Grundlage für die Predigt von Vesperkirchenpfarrer Klaus Kuntz war das Gleichnis vom reichen Mann und dem armen Lazarus aus dem Lukasevangelium, Kapitel 16, 19 bis 31.

19 "Einst lebte ein reicher Mann. Er trug einen Purpurmantel und Kleider aus feinstem Leinen. Tag für Tag genoss er das Leben in vollen Zügen.

20 Aber vor dem Tor seines Hauses lag ein armer Mann, der Lazarus hieß. Sein Körper war voller Geschwüre.

21 Er wollte seinen Hunger mit den Resten vom Tisch des Reichen stillen. Aber es kamen nur die Hunde und leckten an seinen Geschwüren.

22 Dann starb der arme Mann. Die Engel brachten ihn zu Abraham und setzten ihn an dessen Seite. Auch der Reiche starb und wurde begraben.

23 Im Totenreich litt er große Qualen. Einmal blickte er auf und sah in weiter Ferne Abraham und Lazarus an seiner Seite.

24 Da schrie er: „Vater Abraham, hab Erbarmen mit mir! Bitte schick Lazarus, damit er seine Fingerspitze ins Wasser taucht und meine Zunge kühlt. Ich leide schrecklich in diesem Feuer!'

25 Doch Abraham antwortete: 'Kind, erinnere dich: Du hast deinen Anteil an Gutem schon im Leben bekommen -genauso wie Lazarus seinen Anteil an Schlimmem. Dafür findet er jetzt hier Trost, du aber leidest.

26 Außerdem liegt zwischen uns und euch ein tiefer Graben. Selbst wenn jemand wollte, könnte er von hier nicht zu euch hinübergehen, genauso wie keiner von dort zu uns herüberkommen kann.'

27 Da sagte der Reiche: 'So bitte ich dich, Vater: Schick Lazarus doch wenigstens zu meiner Familie.

28 Ich habe fünf Brüder. Lazarus soll sie warnen, damit sie nicht auch an diesen Ort der Qualen kommen!'

29 Aber Abraham antwortete: 'Sie haben doch Mose und die Propheten: Auf die sollen sie hören!'

30 Der Reiche erwiderte: 'Nein, Vater Abraham! Nur wenn einer von den Toten zu ihnen kommt, werden sie ihr Leben ändern.'

31 Doch Abraham antwortete ihm: Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, dann wird es sie auch nicht überzeugen, wenn jemand vom Tod aufersteht."

Brot brechen Lazarus, sagte Kuntz, „gehört unmittelbar zur Gründungsgeschichte der Reutlinger Vesperkirche.“ Das Gleichnis war Predigttext seiner Abschiedspredigt 1997 in der Marienkirche. Es geht immer um einen ganz bestimmten Betroffenen“, erläuterte Kuntz, der dies in der damaligen Predigt aufgriff und im Gottesdienst vor 13 Jahren die Idee der Vesperkirche ansprach, auf Stuttgart und Ulm hinwies. „Das stand dann in der Presse“, sagte Kuntz. Und das Telefon stand nicht mehr still, Männer und Frauen riefen an und wollten aktiv mitmachen. Ein halbes Jahr später wurde die erste Vesperkirche eröffnet.

Der Name Lazarus – Gott hilf – sei wie ein Schrei, den „kann man nicht verhallen lassen“. Im Gleichnis, meinte der Vesperkircheninitiator, warte Lazarus auf Almosen. Doch vergeblich: „Es fällt nichts ab.“ Die Hunde seien die einzigen die Mitleid zeigten. Die Umkehrung folge nach dem Tod. „Im Grunde wissen wir alle, was wir tun und lassen sollten. Am Wissen allein liegt es nicht“, analysierte Kuntz den Bibeltext. Es müsse „ein persönliches Bedürfnis und Betroffenheit dazu kommen“. Als Beispiel nannte Kuntz Mutter Teresa, die für ihre Verdienste den Friedensnobelpreis erhielt. „Man muss“, sagte der Ruhestandspfarrer, „einfach den ersten Schritt tun.“ Von Mitarbeitern der Vesperkirche höre er oft: „Wir können dankbar sein, dass Gott uns so viel geschenkt hat.“ Und deshalb „könne wir auch von uns abgeben“.

Essen Auch Oberbürgermeisterin Barbara Bosch griff anschließend in ihrem Grußwort das Beispiel vom armen Lazarus auf, ging auf die Diskrepanz zwischen Arm und Reich ein. Die Vesperkirche sei vier Wochen lang einerseits Anlaufstelle als auch Stachel in Reutlingen. „In 1a-Einkaufslage“, fuhr die OB fort, „wird deutlich und öffentlich, dass es in unserer Gemeinschaft Arme gibt.“ Allein im Stadtgebiet, erklärte Barbara Bosch, seien 6000 Menschen auf staatliche Transferleistungen angewiesen. Eine größere Zahl von Menschen würde zudem knapp oberhalb dieser Grenze liegen. Um sich ein Bild zu machen, unterstützt die Stadt Reutlingen den von der Liga der Freien Wohlfahrtsverbände initiierten Sozialbericht – um einen besseren Blick auf die Situation zu bekommen. Bosch hob das große Engagement von Verbänden, Vereinen aber auch Einzelpersonen wie den Mitarbeitern der Vesperkirche hervor, die dafür sorgten, dass „zumindest die stärkste Not gelindert wird“, Reutlingen ein „sozialeres Gesicht“ zeige. Auch die Stadt Reutlingen bringe sich ein, unter anderem freiwillig durch die Bezuschussung von Essengeld für Hartz IV-Kinder in Schulen und Kindergärten. Die Oberbürgermeisterin versprach, auch in diesem Jahr wieder als Solidaresserin die Vesperkirche persönlich zu unterstützen.

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