Später, bei der 2. und 3. Vesperkirche, baten zwei Berberpärchen um eine kirchliche Trauung und Taufe, und zwar bewusst in "ihrer Kirche" mit "ihrem Pfarrer". Und siehe da: Etliche Bürger nahmen teil und solidarisierten sich mit den Armen. Das gilt auch für das gemeinsame Essen: Wer sich schon an der Kasse als "Solidaresser" zu erkennen gibt, will auch bei Tisch seine Solidarität zeigen, im Gespräch, in der Anteilnahme am persönlichen Geschick seiner Tischgenossen. Mit solchen Motiven besucht man sonst kein Speiselokal. In der Vesperkirche gehen die bedürftigen Gäste leichter aus sich heraus,wenn sie sich angenommen fühlen. Sie erzählen aus ihrem Leben. Hier konnte man täglich erleben, wie gesellschaftliche Barrieren überwunden werden. Veränderung im Denken, Reden und Handeln ist wohl nur durch Begegnung auf gleicher Augenhöhe möglich.