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Selbst anpacken ist wertvoll

„Zu spenden, ist einfach“, sagte Thomas Braun als Inhaber und Geschäftsführer des Reutlinger Unternehmens Holz Braun am Dienstag in der...weiterlesen


Am Sonntag, 11. Februar, endet die Reutlinger Vesperkirche nach vier Wochen wieder mit einem feierlichen Gottesdienst um 15 Uhr. Die Predigt wird...


Lernfeld von Respekt und Würde

„Hiermit erkläre ich die 21. Reutlinger Vesperkirche für eröffnet - Guten Appetit“, sagte Pfarrer Jörg Mutschler am gestrigen Sonntag um kurz...weiterlesen


„Wir spenden nicht aus Jux und Dollerei“, betonte Thomas Witzel am Mittwoch vor der Reutlinger Nikolaikirche. „Wir freuen uns, auch dieses Jahr...weiterlesen


Wie ein gut geöltes Räderwerk

 

Am ersten Öffnungstag der Reutlinger Vesperkirche, am kommenden Sonntag, steht Kalbsrahmbraten, Schupfnudeln, verschiedene Gemüse und Fruchtjoghurt auf dem Speiseplan. Nur noch wenige Tage sind es hin, bis zum 14. Januar, wenn „das besondere Gasthaus“ am Rande der Wilhelmstraße erneut für vier Wochen seine Türen öffnet und in die 21. Saison startet. Am jetzigen Donnerstag startete der jährliche Umzug: „Um kurz nach 8 Uhr sind wir in der Planie gestartet und haben Tische, Stühle und sonstiges Zubehör mit Transportern zur Nikolaikirche gebracht“, erläuterte Günter Klinger als Geschäftsführer des Reutlinger Diakonieverbands beim Pressegespräch in dem Gotteshaus, das auch dieses Jahr wieder die Vesperkirche beherbergen wird.

Fünf syrische Geflüchtete haben mit angepackt und in der Vesperkirche die Tisch- und Stuhlreihen ganz neu und ziemlich ungewohnt platziert: „Bisher herrschte immer drangvolle Enge, jetzt können wir Menschen mit Einschränkungen barrierefrei bedienen“, erläuterte Jörg Mutschler, der zusammen mit Ursula Göggelmann das theologische Leitungsduo der Vesperkirche bildet. „Nun stehen Tische und Stühle viel luftiger, es ist leichter, die Gäste zu bedienen“, so der Pfarrer im Ruhestand. Erstaunlich sei bei alledem, dass in nur drei Stunden der Umzug und Aufbau über die Bühne gebracht wurde, wie Ulrich Soulier betonte. „Das funktioniert wie ein gut geöltes Räderwerk", sagte Mutschler und Gisela Braun ergänzte: „Hier haben alle ihren Bereich, alle wissen, was sie zu tun haben.“

Ebenfalls neu ist in diesem Jahr, dass die Gäste mit dem kleinen Geldbeutel nicht mal mehr wie gewohnt einen Euro bezahlen müssen. „Wie in fast allen Vesperkirchen im Land stehen Spendendosen auf den Tischen, da kann jede und jeder geben, was sie und er möchten und können“, so Mutschler. „Dabei sollte erwähnt werden, dass uns eine Mahlzeit 6,33 Euro kostet“, betonte Jutta Kuhk aus dem Leitungsteam der Vesperkirche. Wie gewohnt kommt das Essen auch in diesem Jahr wieder von der Kantine BruderhausDiakonie.

Weiterhin können sich die Gäste in der Vesperkirche das Essen selbst an den Ausgabetheken abholen. Oder sie können sich bedienen lassen – wenn körperliche Einschränkungen die Besucher daran hindern. „Wir tragen damit Rechnung, dass die Gäste auch immer älter werden“, sagte Göggelmann. „Das ist der Einstieg in eine neue Kultur“, betonte Mutschler augenzwinkernd.

Rund 250 Ehrenamtliche werden dieses Jahr wieder den Ablauf der Reutlinger Vesperkirche unterstützen. „Erfreulich ist, dass 60 bis 80 neue Helfer dabei sind“, erläuterte Günter Klinger. Das bedeutet aber auch, dass gleichzeitig weit mehr als 150 Freiwillige sich gemeldet haben, die zum Teil schon seit vielen Jahren immer wieder ihre Hilfe anbieten. Neu ist, dass laut Kuhk Firmen nicht mehr allein ihre Auszubildenden in das „besondere Gasthaus“ schicken, sondern nun auch andere Mitarbeiter – „um hier soziale Kompetenzen zu trainieren“, sagte Mutschler.

Ebenfalls erfreulich: Die Kerschensteinerschule wird wie einige andere Schulen auch in den vier kommenden Wochen die Vesperkirche wieder mit Kuchen und Gebäck beliefern. „Wir brauchen aber trotzdem noch Privatleute, die bereit sind, Kuchen für uns zu backen“, sagte Gisela Braun. Weiterhin werden vier Mal Friseurinnen und Friseure vor Ort sein, Sozialberater und auch eine Physiotherapeutin, die sowohl den Gästen wie auch den Mitarbeitern eine wohltuende Massage zukommen lässt. „Es gibt auch in diesem Jahr beim 21. Mal wieder alles für Leib, Seele und Geist in der Reutlinger Vesperkirche“, betonte Jörg Mutschler. Denn: Die bislang zum Abschluss eines jeden Tages angebotene Andacht entfällt, dafür wird es jeweils gegen 12 Uhr eine „Atempause“ geben. Mit dem Gong einer Klangschale wird zu einem Moment zur Stille aufgerufen, es folgt ein kurzer Text, ein Gedicht oder auch Musik. „Und an den Sonntagen gibt es jeweils um 14 Uhr 30 eine Andacht“, ergänzte Göggelmann.


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